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„Deutschlands Geschichte muss uns nicht um den Schlaf bringen.“

Richard Schröder
Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung 2002
Verlag Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Kleine Reihe 11
Stuttgart 2003,
ISBN 9783980740456
35 Seiten

Zur Publikation:
Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ist der Zustand der deutschen Einheit Gegenstand öffentlicher Kontroversen, in denen die unterschiedlichen historischen Erfahrungen der Deutschen in Ost und West unübersehbar hervortreten: Während es im Westen offenbar schwerfällt, das Ausmaß an Veränderung zu begreifen, das die Bürger der neuen Bundesländer seit 1990 zu verarbeiten haben, gedeihen im Osten Geschichtslegenden über die DDR und den Prozeß der Vereinigung. Dem gegenüber fragt Richard Schröder in der Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung 2002 nach den Voraussetzungen und Elementen einer gemeinsam erzählbaren Geschichte der Deutschen. Ausgehend von einer Kritik an einer ausschließlich negativen, an den Verbrechen des „Dritten Reichs“ orientierten nationalen Selbstdefinition analysiert er die vier wirksamsten Legenden über die DDR und die deutsche Vereinigung, die einer Selbstverständigung über die gemeinsame Geschichte im Wege stehen. Abschließend zeigt Richard Schröder an Beispielen aus der deutschen Geschichte vor 1871 Perspektiven auf, an denen ein aufgeklärtes nationales Selbstverständnis der Deutschen in Ost und West anknüpfen kann.

Zum Autor:
Prof. Dr. Richard Schröder, 1943 in Frohburg/Sachsen, geboren, arbeitete nach seinem Studium der Theologie und Philosophie von 1973 bis 1977 als Pfarrer in Wiederstedt (Harz). Er promovierte 1977 mit einer Arbeit über den lutherischen Theologen Johann Gerhard und lehrte anschließend als Dozent für Philosophie an den kirchlichen Hochschulen in Naumburg und Berlin. 1990 wurde er Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR, wo er zunächst den Vorsitz der SPD-Fraktion übernahm. Seit 1993 ist Richard Schröder Verfassungsrichter im Land Brandenburg und ordentlicher Professor für Philosophie in Verbindung mit Systematischer Theologie an der Humboldt- Universität Berlin. Er ist Gründungsmitglied des nationalen Ethikrates und wurde u.a. mit dem Ludwig-Börne-Preis und dem Heinz-Herbert-Karry- Preis ausgezeichnet. Veröffentlichungen u.a.: Denken im Zwielicht (1990); Deutschland schwierig Vaterland (1993); Vom Gebrauch der Freiheit (1996); Einsprüche und Zusprüche. Kommentare zum Zeitgeschehen (2001).

Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung:
Aus Anlaß des Todestages von Theodor Heuss, der am 12. Dezember 1963 verstorben ist, veranstalten die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus und die Universität Stuttgart alljährlich eine Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung. Zum Andenken an den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland referiert eine herausragende Persönlichkeit der Wissenschaft oder des öffentlichen Lebens über ein Thema der Zeitgeschichte. Die Vorlesung steht in der Tradition der öffentlichkeitswirksamen Rede, mit der Theodor Heuss ein spezifisches und für die Nachfolger in seinem Amt verpflichtendes Zeichen setzte. Sie ehrt zugleich den Hochschuldozenten Heuss, der von 1920-1933 als Dozent an der „Deutschen Hochschule für Politik“ und 1948 als Honorarprofessor für politische Wissenschaften und Geschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart lehrte.

Leseprobe (externer Link)

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