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Liberalismus als kulturelle Revolution

Jürgen Osterhammel
Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung 2003
Verlag Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Kleine Reihe 13

Stuttgart 2004,
ISBN 9783980740470
33 Seiten

Zur Publikation:
Die weltweite Wirkung des Liberalismus im 19. und 20. Jahrhundert blieb widersprüchlich: Während die Weltwirtschaft inzwischen weitgehend von den Regeln des freihändlerisch-liberalen Kapitalismus bestimmt wird, sind zahlreiche Länder insbesondere in Asien und Afrika von der politischen Praxis des liberalen Verfassungs- und Rechtsstaats noch weit entfernt. Läßt sich daraus schließen, daß der Liberalismus als Modell freiheitlicher politischer Ordnung an seine kulturellen Entstehungsbedingungen zwingend gebunden ist, liberale Reformen in manchen Ländern also aus historisch-kulturellen Gründen notwendig zum Scheitern verurteilt sind? Jürgen Osterhammel bestreitet diese These: Der weltweite Erfolg anderer europäischer Großideologien sowie der Primat der Politik, den der Autor am Beispiel der Türkei, Indiens und Taiwans herausarbeitet, verweisen auf einen „kulturellen Möglichkeitsrahmen“, innerhalb dessen die Entwicklung einer „civil society“ keineswegs ausgeschlossen erscheint. 

Zum Autor:
Prof. Dr. Jürgen Osterhammel, 1952 in Wipperfürth geboren, studierte an der Philipps-Universität Marburg, an der Universität Hamburg und an der London School of Economics and Political Science. Nach seiner Promotion 1980 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London sowie als Akademischer Rat für wissenschaftliche Politik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., wo er sich 1990 für Neuere und Neueste Geschichte habilitierte. Sein weiterer akademischer Weg führte ihn als Professor für Neuere, insbesondere außereuropäische Geschichte an die FernUniversität Hagen, als Professeur ordinaire für Geschichte der Internationalen Beziehungen an das Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales (Genf ) und schließlich an die Universität Konstanz, wo er seit 1999 den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte bekleidet. Veröffentlichungen u.a.: China und die Weltgesellschaft. Vom 18. Jahrhundert bis in unsere Zeit (1989); Shanghai, 30. Mai 1925: Die chinesische Revolution (1997); Die Entzauberung Asiens. Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert (1998); Geschichtswissenschaft jenseits des Nationalstaats (2001); Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen (2002); Geschichte der Globalisierung (zus. mit Niels P. Petersson 2003).

Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung
Aus Anlaß des Todestages von Theodor Heuss, der am 12. Dezember 1963 verstorben ist, veranstalten die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus und die Universität Stuttgart alljährlich eine Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung. Zum Andenken an den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland referiert eine herausragende Persönlichkeit der Wissenschaft oder des öffentlichen Lebens über ein Thema der Zeitgeschichte. Die Vorlesung steht in der Tradition der öffentlichkeitswirksamen Rede, mit der Theodor Heuss ein spezifisches und für die Nachfolger in seinem Amt verpflichtendes Zeichen setzte. Sie ehrt zugleich den Hochschuldozenten Heuss, der von 1920-1933 als Dozent an der „Deutschen Hochschule für Politik“ und 1948 als Honorarprofessor für politische Wissenschaften und Geschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart lehrte.

Leseprobe (externer Link)

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