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Was ist deutsch-jüdische „Normalität”?

Salomon Korn:
Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung 2007
Verlag Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Kleine Reihe 21
Stuttgart 2008
ISBN 9783980960359
38 Seiten,

Zur Publikation:
Das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland ist nach dem nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen von Verkrampfungen geprägt, die regelmäßig in öffentlichen Debatten eskalieren – nicht erst seit dem Konflikt zwischen Ignaz Bubis und Martin Walser 1998 oder der antisemitischen Rede des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann 2003. Ist dies bundesrepublikanische Normalität? Oder bedarf es vielmehr einer deutsch-jüdischen Normalität, die ein reibungsloses Miteinander erstrebt? Welche Art von Normalität ist überhaupt wünschenswert im deutsch-jüdischen Verhältnis? Mit diesen schwierigen Fragen beschäftigt sich Salomon Korn in seinem Beitrag. Ausgehend von der Geschichte sei- ner Familie und seiner eigenen Biographie beschreibt er die komplizierte Situation von Juden in Deutschland nach 1945, die sich sowohl mit einem „schulddruckabwehrenden Antisemitismus“ wie auch mit einem ängstli- chen, aber wohlmeinendem Verschweigen von Unterschieden zwischen Juden und Deutschen konfrontiert sehen.
Indem Salomon Korn die Auseinandersetzung mit dem Holocaust weiterhin als transgenerationelle Aufgabe begreift, entwirft er ein Zukunftsbild von einem unaufgeregten, eben „normalen“ deutsch-jüdischen Zusammenle- ben. Und schließlich, so sein Traum, werde das Reden über deutsch-jüdi- sche Normalität sich selber überflüssig machen.

Zum Autor:
Prof. Dr. Salomon Korn, 1943 in Lublin (Polen) geboren, studierte Architek- tur und Soziologie in Berlin und Darmstadt. Nach seiner Promotion über die Reform des Strafvollzugs 1976 arbeitete er als Architekt in Frankfurt am Main. Dort wurde nach seinen Plänen das Jüdische Gemeindezentrum gebaut. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Herr Korn vor allem durch seine Debattenbeiträge zur Errichtung des Berliner Denkmals für die ermordeten Juden Europas bekannt. Seit 1999 ist er als Nachfolger von Ignaz Bubis Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt und seit 2003 Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. 2005 erhielt er den „CICERO Rednerpreis“ und ein Jahr darauf verlieh ihm das Land Hessen den Professorentitel ehrenhalber.

Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung:
Aus Anlass des Todestages von Theodor Heuss, der am 12. Dezember 1963verstorben ist, veranstalten die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus und die Universität Stuttgart alljährlich eine Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung. Zum Andenken an den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland referiert eine herausragende Persönlichkeit der Wissenschaft oder des öffentlichen Lebens über ein Thema der Zeitgeschichte. Die Vorlesung steht in der Tradition der öffentlichkeitswirksamen Rede, mit der Theodor Heuss ein spezifisches und für die Nachfolger in seinem Amt verpflichtendes Zeichen setzte. Sie ehrt zugleich den Hochschuldozenten Heuss,der von 1920-1933 als Dozent an der „Deutschen Hochschule für Politik“und 1948 als Honorarprofessor für politische Wissenschaften und Geschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart lehrte.

Leseprobe (Externer Link)

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